Erste Eindrücke von Infuse für Apple TV 4

Infuse für Apple TV wird eine Menge bieten
Home-Screen von Infuse auf dem Apple TV 4

Startbildschirm von Infuse

Ich muss euch schon mal vorwarnen: Ganz objektiv wird der Bericht über erste Eindrücke von Infuse für Apple TV 4 nicht. Denn ich bin ein Fan. Ein Fan der besten Video-Abspielsoftware auf iPhone, iPad und Apple TV. Und das schon seit Jahren. Schon vor rund 5 Jahren habe ich einem Apple TV 2 mit Jailbreak Infuse spendiert. Und konnte damit direkt auf meiner NAS liegende Filme und Serien abspielen. Warum Apple beim Apple TV 4 keine solche Funktion im Standard ausliefert, ist mir allerdings völlig schleierhaft. Schließlich hat der Mac-Hersteller alle Zutaten dafür im Programm. Mit der Time Capsule steht eine veritable NAS in den Regalen und mit dem Streaming Client Apple TV (egal ob Version 3 oder 4) ein leistungsfähige Schnittstelle zum Endkunden.

Statt Standard: Infuse für Apple TV 4

Dann also wieder Infuse. Denn die Jungs von Firecore um Chefentwickler James Abeler haben auch mit dieser Version ganze Arbeit abgeliefert. Wobei, so richtig fertig ist die App nicht. Wir testen derzeit eine Beta-Version, die aber schon sehr vernünftig aussieht und in Sachen Usability neue Maßstäbe setzt. Verglichen mit Infuse auf dem Apple TV 2 ist das ein Quantensprung.

Ein Beispiel: Um eine andere Tonspur auszuwählen, musste man früher® lange auf den mittleren Knopf der Remote drücken. Dann erschien (so zumindest die Theorie) das passende Menü. Die Praxis: Man hat den Film gefühlte 13,8 Mal unterbrochen, bis das Apple TV den langen Tastendruck endlich erkannt hat. Heute gelingt die selbe Aktion auf dem Apple TV 4 mit einem eleganten Wisch von oben nach unten. Das Kontextmenü blendet sich ein und man wählt, was zu wählen ist. Tonspur, Kapitel oder Untertitel. Ganz easy.

Cover-Art und Untertitel holt Infuse aus dem Netz

Infuse holt Cover-Art direkt aus dem Netz

Coverart? Check!

Apropos Untertitel: Hat Infuse den Film erkannt, also auch alle anderen Infos zum Film aus der Datenbank geholt, dann kann man Untertitel in allen verfügbaren Sprachen einblenden lassen, auch wenn die Video-Datei diese überhaupt nicht mitbringt. Denn Infuse holt sich die Daten direkt aus dem Netz. Praktisch.

Optisch ist Infuse einfach nur ein Traum. Das Artwork sieht fantastisch aus und die App funktioniert für eine Beta ganz hervorragend. Ich würde mir wünschen, dass es noch eine Listenansicht gäbe, wie zu Apple TV 2-Zeiten. Sehr schick ist, dass Infuse Serien nach Staffeln in virtuelle Ordner einsortiert. Liegen alle Folgen in einem Verzeichnis auf dem Netzwerkspeicher, listet Infuse diese als Staffel 1, Staffel 2 und so weiter. Das ist wirklich smart. Und so in keiner anderen Software auf dem Apple TV 4 zu haben.

Informationen zum Video in Infuse

Detailinfos für jeden Film

Funktional ist aber wirklich alles beim alten. Infuse spielt jegliches Material ab, ohne zu murren. DTS, Dolby Digital oder Stereo – Audioformate stellen den Medienplayer vor keinerlei Herausforderung. Dank der besseren Hardware des neuen Apple TV 4 sind Aussetzer, die die Vorversion gelegentlich hatte, aber kein Thema mehr. Ob das Videomaterial als AVI, DivX oder als MPEG-Dialekt in einem MKV-Container vorliegt, spielt für Infuse ebenfalls keine Rolle. Abgespielt wird, was eben da ist. Klaglos.

Infuse ist für Bestandskunden kostenlos

Infuse lässt sich fein steuern

Einstellungen auf dem Apple TV

Von einer Beta-Version merkt man derzeit nicht allzu viel. Außer, dass die Captions nicht übersetzt sind (die Entwickler haben die Beschriftungen auf der Oberfläche schlicht noch nicht bearbeitet) gibt es an dieser Version funktional und optisch nichts auszusetzen.

Wer bereits Infuse Pro Nutzer ist (das kann man bequem über einen In-App-Kauf auf der iPhone-App werden), bekommt Infuse für Apple TV 4 kostenlos. Allein diese Tatsache macht die Entwickler von Firecore noch sympathischer. Denn oftmals langen Studios bei einer neuen Plattform nochmals hin.

Wann die finale Version 1.0 für die Öffentlichkeit verfügbar sein wird, ist uns derzeit noch nicht bekannt, die Entwickler arbeiten mit Hochdruck an der Software. Wir melden es in unseren News, wenn es so weit ist.

 

Über den Autor

Sven
Sven Hanold (Jahrgang 1976) ist professioneller Blogger. Mit seiner kleinen Textagentur schreiberling.info betreut er mehrere Blogs und Webseiten unterschiedlichster Zielrichtungen.


Sven ist kein Apple-Fan der ersten Stunde, vielmehr wurde seine Leidenschaft für die Produkte mit dem angebissenen Apfel von einem iPhone 3 GS geweckt. Seither hat er aber alle Stufen der Apple-Hysterie durch: iPod, iPhone, iPad, Mac, Apple Watch und natürlich auch das Apple TV. Sein erstes Modell war ein Apple TV 2, das er - Jailbreak sei Dank - erst wenige Tage nach Eintreffen des neuen Apple TV 4 verkauft hat.


Der Apple-Experte und passionierte Texter lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern im schwäbischen Langenau.

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